Ausgeführt, Architektur / Bauleitung: Carlo Fumarola
Bauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure AG
Baumeister, Leichtbau, Plattenarbeiten: Vilio AG
Schreiner: M+E Schreinerei AG

Das Wohnhaus ist Teil der zweiten Etappe der gartenstadtartig konzipierten Siedlung von Hans Bernoulli, die zwischen 1926 und 1928 realisiert wurde. Die Siedlung folgt den Leitideen der Gartenstadtbewegung und zeichnet sich durch eine einfache, funktionale Grundstruktur sowie eine hohe räumliche Anpassungsfähigkeit aus.

Der Umbau konzentriert sich auf einen gezielten Eingriff im Untergeschoss. Ziel war die Realisierung eines zusätzlichen Badezimmers mit Dusche und Lavabo innerhalb der bestehenden Gebäudestruktur. Das Untergeschoss war teilweise bereits tiefer gelegt worden; diese Situation wurde aufgenommen, indem die neue Nasszelle konsequent auf diesem tieferen Niveau angeordnet wurde. So konnte der Eingriff ohne zusätzliche strukturelle Massnahmen umgesetzt werden.

Die Nasszelle ist zwischen der Waschküche und einem Schlafzimmer geschaltet und übernimmt eine vermittelnde Rolle zwischen den beiden Nutzungen. Ein zentrales Element der Lösung bildet die Tür: Im geöffneten Zustand kaschiert sie einen bestehenden Elektroschrank und ist gleichzeitig als Spiegel ausgebildet. Die Spiegelung verstärkt die räumliche Wahrnehmung und stellt eine visuelle Beziehung zwischen Vorraum und Bad her.

Ein einfacher Garderobenschrank ergänzt den Eingriff und unterstützt die alltägliche Nutzung. Im benachbarten Schlafzimmer wurde das Fenster vergrössert, wodurch die natürliche Belichtung spürbar verbessert wird. Gleichzeitig wurde der Gartenausgang neu organisiert und in seiner Gebrauchstauglichkeit aufgewertet.

Der Umbau versteht sich als minimale Ergänzung mit grosser Wirkung – zurückhaltend in der Gestaltung, präzise in der Setzung und konsequent aus den Qualitäten des Bestands entwickelt.

Umbau Bernoulli Haus, Zürich, Umbau und Instandsetzung - 2021-2022

Ausgeführt, Architektur / Bauleitung: Carlo Fumarola
Fotos: Lukas Schlatter / Bauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure AG
Bauphysik: Bakus AG / Baumeister: Home Renov GmbH
Schreiner: M+E Schreinerei AG / Mosaik: Koppmosaike

Das Eckhaus ist Teil einer Wohnsiedlung, die der Architekt und Professor Hans Bernoulli zwischen 1924 und 1929 erbaute. Die Siedlung wurde von der Gartenstadtbewegung inspiriert, die ihren Ursprung in England hatte.

Die strukturelle Intervention im Erdgeschoss bestand darin, die ursprüngliche Küche, das Esszimmer und das Wohnzimmer zu einem offenen Wohnraum zu vereinen, der sich über die beiden Hauptrichtungen des Hauses erstreckt. Dadurch entsteht eine visuelle Verbindung zwischen dem hofseitigen Eingangsbereich und dem rückwärtigen Garten, die dem Raum eine neue Grosszügigkeit verleiht.

Der Alltag konzentriert sich nun auf die neu gestaltete Küche. Sie kommuniziert mit dem Wohn- und Essbereich, dem Badezimmer, dem Garten und dem Keller. Die Kochzone ist bewusst zum Wohnraum hin orientiert, um soziale Interaktionen zu ermöglichen. Die Form der Kochinsel folgt räumlichen Überlegungen: Ihre abgeschrägten Kanten priorisieren die Beziehung zwischen Wohn- und Essbereich auf der einen Seite sowie zwischen Küche und dem Zugang zu Bad und Garten auf der anderen Seite.

Das sanierte Badezimmer wurde so konzipiert, dass es einer vierköpfigen Familie erlaubt, es gleichzeitig zu nutzen – besonders in den hektischen Morgenstunden. Ein zentrales, funktional integriertes Volumen nimmt verschiedene Installationen auf und dient zugleich als Raumtrenner in dem lichtdurchfluteten Bereich.
Die ursprüngliche Raumstruktur im Obergeschoss erwies sich als äusserst flexibel. Der Bedarf an zwei separaten Kinderzimmern konnte durch eine einfach einzufügende Trennwand gedeckt werden, die später bei veränderten Bedürfnissen wieder entfernt werden kann.

Die charakteristische Dachform, inspiriert von englischen Reihenhäusern wie in Welwyn Garden City, mit steilem Dach und Gaubenfenstern, zeigt sich im Dachgeschoss als prägendes Negativvolumen. Hier wurde alles entfernt, was nicht zur Tragstruktur gehört, um einen offenen und flexibel nutzbaren Raum zu schaffen, der sowohl als Schlafzimmer als auch als Arbeitsbereich genutzt werden kann.

Bernoulli Haus Aussenansicht nach Umbau
Visu

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